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Tim und Struppi - Das Geheimnis der Einhorn

Die Abenteuer von Tim und Struppi – Das Geheimnis der Einhorn (Review)

Tim und Strupp – Das Geheimnis der Einhorn ist der erste Teil der als Trilogie geplanten Animationsadaption. Regie führte Steven Spielberg, als Produzent fungierte Peter Jackson. Diese zwei Lichtgestalten der Filmindustrie ließen meine Erwartungen zusammen mit dem actionreichen Trailer schon steigen. Aber schaut selbst:


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Die Animation

Und diese Erwartungen wurden auch völlig erfüllt, was den handwerklichen Aspekt angeht. Die Animation ist sehr realitätsnah mit herausragenden Lichteffekten und sinnvollem Einsatz der 3D-Technologie. Gleichzeitig hat man dem Stil der Comics nicht vollständig den Rücken gekehrt. Ein guter Kompromiss also.
Die Details der Animation sind schon fast surreal hoch. Man kann die Haare auf Tims Kopf zählen – das ist tatsächlich nur ein bisschen übertrieben ;). Highlight ist eine Verfolgungsjagd vor dem Hintergrund einer afrikanischen Stadt, die den Zuschauer in einen Strudel toller Details und bunter Farben wirft. Ich würde soweit gehen diesen Film als den bisher am besten animierten Film zu bezeichnen, den ich gesehen habe. Punkt.

Die Handlung

Leider geht es Tim und Stuppi aber ein wenig wie Avatar. Tolle Optik, aber was die Handlung angeht leider etwas mau. Klar, auch die Vorlagen hatten nicht den größten Tiefgang, was ja auch mit dem Genre “Comic” zusammenhängt. Aber in einem Film sollte man schon eine zumindest solide Handlung bieten.

Der Film bedient sich oft des Baukastenprinzips. Es kommt von allem etwas vor: das Meer, die Wüste, Fahrt zu Schiff, Teufelsritt im Flugzeug, Verfolgunsjagd im Auto. Die Szenenwechsel gehen dabei nicht als Folgen der Handlung hervor, sondern bedingen vielmehr die Handlung. Den Plot so aufzubauen halte ich nicht gerade für geschickt, weil die Ortswechsel doch etwas aufgesetzt wirken.

Bis der Film so richtig in Schwung kommt, vergeht fast eine halbe Stunde – zu lang bei 107 Minuten Spieldauer. Wobei der Film auch nicht länger hätte sein sollen, um ehrlich zu sein. Außerdem wird ein Erzählstrang zu beginn eingeführt, der dann nicht mehr weiterverfolgt wird. Ich will nicht spoilern und verrate deswegen nicht, welcher damit gemeint ist.

Manche Szenen gehen vielleicht im Comic in Ordnung, hätte man sich aber in einem Film doch sparen sollen. Wahrscheinlich wollte man auch etwas auf das Ursprungsmedium anspielen, aber dass Tim an einer Stelle des Films z.B. vor einem verschlossenem Tor steht und Struppi dann ein ordentliches Loch in der Mauer entdeckt wirkt recht platt. Da hätte das Tor lieber offen sein sollen.

Auch die Schatzjagd an sich, die die Haupthandlung bildet, ist eigentlich sehr vorhersehbar. Insgesamt muss ich sagen, dass der Plot von seiner Komplexität her wohl nur Kinder wirklich fesseln wird, Erwachsene durchschauen den Handlungsverlauf zu früh.

Charakterzeichnung

Die Charaktere zeichnen sich unglücklicherweise durch Eindimensionalität aus. Tim ist clever, Haddock versoffen, Schultz und Schulze deppert, der Böse böse… Ihr seht was ich meine. Die Charaktere haben keine Tiefe und deshalb hat mich der Film kaum mitfiebern lassen. Was den Charakteren passiert, betraf mich nicht wirklich. Das nimmt leider auch den Actionszenen, die hervorragend animiert sind, etwas von ihrer Wirkung.

Tim und Struppi - Das Geheimnis der Einhorn
Tim und Struppi - Das Geheimnis der Einhorn

Fazit

Ich hatte mir wirklich mehr erwartet. Der Trailer hat schon die tolle Animation auf dem Silbertablett präsentiert. Aber es braucht nunmal auch einen Plot, der so etwas wie Spannung aufbaut und Charaktere, die den Zuschauer zumindest etwas fesseln. Diese beiden Komponenten sind bei Tim und Struppi – Das Geheimnis der Einhorn leider fast Totalausfälle. Der Film hat auf diesem Feld viel Potenzial verschenkt und wird gerade so von seinem hohen Schauwert über die Zeit getragen.

Wertung

OT: The Adventures of Tintin – The Secret of the Unicorn

Bild: tim-und-struppi-film.de