Kaufentscheidung
Nachdem ich nun ein halbes Jahr mit der runtastic-App gelaufen bin, war ich es etwas leid, immer das Smartphone beim Laufen mitzuschleppen. Die Zeit war reif für eine GPS-Uhr! Schließlich habe ich mir für den Garmin Forerunner 210 entschieden.
Der FR210 ist zwar nicht gerade brandneu, aber immernoch das aktuellste Modell, dass Garmin in dieser Kategorie führt. Für mich stand nach einiger Überlegung fest, dass mir eine klobige Uhr wie der FR 305 oder 310, die ich nur zum Sport tragen kann, zu teuer ist. Unter diesem Gesichtspunkt blieben in meinem Budget von um die 200 Euro nur noch vier Modelle: 110, 210, 405, 410. Die letzten beiden schieden aus, weil diese über einen berührungsempfindlichen Ring bedient werden. Eine kurze Google-Recherche ergab, dass dieser in beiden Fällen oft nicht zufriedenstellend funktioniert und sich bei Regen gerne selbstständig macht. Zwar kann man bei diesen Modellen die Bedienung sperren, um ungewollte Bedienung zu verhindern, aber wirklich sinnvoll erscheint mir dieses Konzept nicht. Während des Laufens will ich schließlich ohne weiteres Gefummel die Möglichkeit haben, z.B. die Ansicht zu ändern.
Am Ende blieben also noch der Forerunner 110 und der 210. Beide sind äußerlich baugleich, der FR210 bietet aber im Vergleich zum FR110 die Möglichkeit, Intervalle zu programmieren und einen Fußsensor über ANT+ zu verbinden. Vor allem die Intervallfunktion war für mich letztlich ausschlaggebend, den FR210 zu nehmen
Optik, Haptik und Material
Der FR210 kann ohne weitere Probleme als Alltagsuhr getragen werden. Er ist zwar schon etwas höher als eine normale Uhr, das fällt aber m.E. nicht weiter unangenehm auf. Das Armband ist angenehm und lässt sich fein verstellen, sodass die Uhr an so ziemlich jedes Armgelenk passen dürfte. Farblich verhält sich der FR210 eher konservativ und ist nur komplett in schwarz erhältlich. Die “›Frauenversion” hat noch ein paar türkise Elemente.
Der Tragkomfort gefällt, beim Laufen stört die Uhr nicht, auch vom Gewicht her trägt sie sich sehr angenehm. Was sich nicht vermeiden lassen wird ist, dass man direkt unter der Uhr recht stark schwitzt. Man sollte die Uhr daher vor dem Anschließen über die Ladeklemme auf jeden Fall trockenen lassen, um eine Korrosion der Kontakte zu vermeiden. Stichwort “trocken” – auch wenn der Forerunner wegen seiner gummierten Hülle einen dichten Eindruck macht, ist er nicht zum Schwimmen geeignet. Garmin gibt an, dass der FR210 zeitweiliges (d.h. maximal 30 Minuten) Untertauchen in bis zu 1 Meter mitmacht. Ich habe das bisher nicht ausprobiert, weil ich doch etwas skeptisch bin. Bei mir gibt’s nur wasserdicht oder nicht wasserdicht
Regen macht der Uhr aber scheinbar nichts aus, ich war bereits auf dem Mountainbike unfreiwillig eine halbe Stunde in strömendem Regen unterwegs und die Uhr läuft noch. Feststeht, dass der FR210 nicht für Triathleten geeignet ist, auch was die Funktionen angeht.
Bedienung und Funktion
Wie bereits erwähnt, wollte ich keine GPS-Uhr mit Ringbedienung. Der FR210 wird über vier Tasten mit ordentlichem Widerstand bedient, sodass man einen unbeabsichtigten Knopfdruck fast ausschließen kann. Den Hauptknopf page/menu empfinde ich allerdings als etwas zu schwergängig. Indem man diesen Knopf für 3 Sekunden gedrückt hält, öffnet man das Menü, durch das man dann mit den Tasten auf der rechten Seite der Uhr navigieren kann. Dabei ist das Menü und alle Untermenüs logisch aufgebaut, sodass man die Uhr nach kurzer Zeit intuitiv bedienen kann.
Zu der leichten Bedienung trägt natürlich auch der etwas eingeschränkte Funktionsumfang des Forerunners bei. Hier eine Übersicht der zentralen Funktionen:
- Stoppuhr
- Messung von Geschwindigkeit / Pace
- Messung der Distanz
- Trackaufzeichnung
- Herzfrequenz
- Schrittfrequenz (nur mit zusätzlichem Zubehör)
- Uhrzeit
- Kalorienberechnung
- Sehr helle Displaybeleuchtung
- Intervalle programmierbar
Die Uhr zeichnet auch die Höhe auf, allerdings lässt sich diese nur in der Auswertung auf dem Computer, z.B. über Garmin Connect, anzeigen.
Auf die Intervallfunktion möchte ich näher eingehen, zumal ich bei meiner Kaufrecherche dazu recht wenig finden konnte. Die Intervalle lassen sich einfach über die Uhr programmieren. Man hat die Auswahl eine Aufwärmphase dem eigentlichen Training voranzustellen. Das Aufwärmen läuft dann solange, bis man per Druck auf die lap/reset-Taste die Intervalle startet. Als Intervall lässt sich dann eine Laufphase festlegen auf die immer eine Erholungsphase folgt. Die Länge der beiden Phasen kann jeweils als Distanz oder Zeit festgelegt werden. Ich habe z.B. eine 200m-Laufphase programmiert, während der ich zügig laufe und eine dreiminütige Erholungsphase, in der ich ein gemütlicheres Tempo einlege. Man kann die Anzahl der Wiederholungen der beiden Phasen festlegen. Sobald alle Wiederholungen abgeschlossen sind, ist das Training beendet oder es folgt – je nach Einstellung – eine Auslaufphase, die endet, sobald wieder lap/reset gedrückt wird. Das Ende eine jeden Abschnitts kündigt die Uhr deutlich durch einen akustischen Countdown an.
Der FR210 hat alle wichtigen Funktionen an Bord, die ein Läufer braucht, aber auch nicht mehr. Komfortfunktionen, wie die AutoPause (Uhr stoppt die Zeitnahme bei Stillstand) oder der virtuelle Traningspartner, den z.B. der FR410 oder FR305 bieten, fehlen. Außerdem lässt sich die Displayansicht nur sehr eingeschränkt anpassen. Oben steht immer die Distanz, unten immer die Geschwindigkeit bzw. Pace. Im Mittelfeld kann man wählen zwischen Uhrzeit, gestoppte Zeit, Rundenzeit und Herzfrequenz. Im Intervallmodus kann auch die verbleibende Zeit/Distanz des aktuellen Intervalls angezeigt werden.
Akkulaufzeit
Eines vorneweg: Ich habe die bisher noch nie komplett leergelaufen. Ich hatte die Uhr aber schon für 4,5 Stunden im Dauerbetrieb und die Batterieanzeige stand auf 2 von 4 Balken. Die von Garmin angegebene Laufzeit von 8 Stunden ist also wahrscheinlich nicht ganz abwegig. Für Läufer ist die Akkuleistung also völlig ausreichend, auch einen Marathon wird man mit dem FR210 aufzeichnen können, ohne nervös werden zu müssen.
Im Sparmodus, also wenn GPS deaktiviert ist, soll die Uhr bis zu 3 Wochen durchhalten. Ich schätze 2 Wochen als realistischen Wert ein.
Zubehör
Soweit ich weiß, gibt es den Forerunner 210 nur im Bundle mit Brustgurt. Dieser ist ein hochwertiger Stoffgurt, mit Sendeeinheit, die man abnehmen kann. Der Gurt kann also auch gewaschen werden. Im Vergleich zu den üblichen Kunstoffgurten trägt sich der Stoffgurt wirklich wesentlich besser. Daumen hoch!
Einen ›Fußsensor kann man zusätzlich erwerben, da ich aber nicht auf dem Laufband oder sonst in geschlossenen Räumen trainiere, ist dies für mich weniger interessant. Wer einen Fußsensor verwendet, kann gleichzeitig einen Brustgurt koppeln (nicht möglich mit FR110).
Nicht kompatibel ist der FR210 mit Trittfrequenzsensoren fürs Bike.
Fazit
Summa summarum ist der FR210 ein solider Laufbegleiter, der die wichtigsten Parameter anzeigen kann und über die Tasten auch während dem Sport gut bedient werden kann. Auch als Alltagsuhr macht die Uhr eine gute Figur und wirkt nicht zu klobig.
Schade ist, dass der FR nur “zeitweise” wasserdicht ist. Für Triatheleten wird die Uhr – auch wegen fehlender Komfortfunktionen und der eingeschränkten Anpassbarkeit des Displays – nicht in Frage kommen. Ambitionierte Hobbyläufer können mit dem Garmin Forerunner 210 eine gute, motivierende Trainingshilfe erwerben, die allerdings auch ihren Preis (ca. 170 Euro) hat.
Wertung
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Vergleich verschiedener GPS-Uhren
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Moin Bastian,
habe Deinen Blog gerade zufällig entdeckt und freue mich über den ausführlichen Bericht über die Uhr.
Ich bin gerade noch am Überlegen, welche es werden soll. Eigentlich wollte ich die Forerunner 405 kaufen, weil ich (bisher) nur Gutes gehört hatte. Eine Freundin nutzt die 610, aber die ist mir ein wenig zu teuer.
Dass die Touchfunktion bei Regen nicht mehr funktionieren soll oder nur eingeschränkt, wäre schade.
Ich werde Deinen Blog jetzt mal öfter verfolgen!
Schöne Grüße,
Keno
Hi,
danke für den ausführlichen Bericht. Kann man mit dem Trainingcenter auch die Herzfrequenzkurve anzeigen lassen? Das geht leider nicht mal aus der Bedienungsanleitung hervor.
Gruß,
Ulrich Schlüter
Hi Ulrich,
ich benutze zur Auswertung runtastic und Garmin Connect und kann mir auf beiden Seiten ohne Probleme die Herzfrequenz als Verlaufskurve anzeigen lassen. Mit der Offline-Software von Garmin sollte das auch kein Problem sein.
Gruß Bastian