Inhalt (von audible)
Ein Mord erschüttert die Gemäuer des altehrwürdigen, weltberühmten Benediktinerklosters. Bruder William aus dem fernen Baskerville wird vom Abt mit der diskreten Klärung des Verbrechens beauftragt. Doch kaum beginnt William in den Katakomben zu ermitteln, wird der zweite Mönch tot gefunden.

Rezension
Wenn man diese zugegebenermaßen knappe Inhaltsangabe ließt, glaubt man vielleicht, es handele sich um einen Krimi nach dem Schema F: der Ermittler muss der Täter finden, bevor er erneut zuschlagen kann. Damit wird man Ecos Buch allerdings überhaupt nicht gerecht. Das Buch wird zwar oft als Krimi bezeichnet, aber die vielen Einschübe, die nur so vor präzisem Wissen, genauer Recherche und detailreichen Beschreibungen strotzen, sind es, die dem Werk eine unglaubliche Tiefe und Authentizität geben. Dies sprengt die klassischen Einteilungen “Krimi” und “Historieroman”, sodass “Der Name der Rose” nicht in den Reigen der wie Pilze aus dem Boden sprießenden Historienromane einzureihen ist (wobei das nicht heißt, dass alle neuen Historienromane schlecht seien!) Ebendiese erwähnten, längeren Passagen haben allerdings auch schon vielen Lesern den Spaß am Buch genommen (man muss nur die Amazon-Rezensionen lesen), denn sie sind zugegebenermaßen sehr ausführlich, teilweise wird dem Leser schon etwas viel zugemutet. Die Handlung wurde für das Hörspiel auf die relevanten Ereignisse zusammengerafft, viele der “Abschweifungen” fallen komplett unter den Tisch, ein paar wenige werden angedeutet. Für ein Hörspiel eine gute Lösung, die allen entgegenkommt, die das Buch zu langatmig fanden, aber den Film mochten. Wer noch nie mit “Der Name der Rose” zu tun hatte, wird sich so auch schnell zu recht finden.
Wie der Roman wird das Hörspiel aus Sicht des Alten Adson erzählt, der auf die Ereignisse in der Abtei zurückblickt, wobei die Erzählperspektive fließend in die des Jugen Adson übergeht, um den Zuhörer/Leser richtig mitfiebern lassen zu können – sehr geschickt gemacht. So entsteht zum Teil wirklich Kino im Kopf, auch aufgrund der tollen Geräuschkulisse, der szenisch passend eingesetzten Musik und last but not least der hervorragenden Sprecher.
Anzumerken ist, dass das Hörspiel von der Lautstärke her wohl nicht wirklich komprimiert wurde, wodurch die Lautstärke zum Teil hörbar schwankt. Das heißt z. B., dass Flüstern sehr leise ist, aber ein Ruf je nach Lautstärke plötzlich überraschend laut sein kann. Dieser Effekt macht das ganze beim Hören zu Hause noch atmosphärischer und lebendiger, kann aber beim Autofahren stören, weil man u. U. die Lautstärke manchmal anpassen muss.
Sprecher
So gut wie alle Sprecher überzeugen mit ihren sehr individuellen Stimmen. Der hohe Wiedererkennungswert macht die Zuordnung der Figuren deutlich leichter. Besonders die Hauptrollen sind exzellent besetzt.
Gelesen von Rolf Boysen, Ernst Jacobi, Markus Boysen, und vielen anderen.
Fazit
Ein tolles Hörspiel, das die Grundessenz des Buches wiedergibt und viel Spannung und Atmosphäre schafft. Dies ist nicht nur der meisterhaften Vorlage, sondern auch den herausragenden Sprechern geschuldet. Die “Ungleichmäßigkeiten” in der Lautstärke fallen angesichts der sehr guten Adaption Ecos Werks nicht schwer ins Gewicht. Ich kann das Hörspiel jedem Mittelalter- oder Krimifan empfehlen und auch alle anderen sollten sich zumindest einmal eine Hörprobe anhören.
Wertung
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Versionshinweis: Wie bereits erwähnt bezieht sich die Rezension auf das Hörspiel (Spieldauer: 5,5 Stunden/6CDs). 2009 ist auch eine vollständige Lesung mit einer Spieldauer von über 26 Stunden erschienen, die ich mittlerweile auch gehört habe, und die auch sehr empfehlenswert ist.
Foto: hoerverlag
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