Vorgestern wurde berichtet, dass das Apple iPhone ab iOS 4.x Ortsdaten in einer unverschlüsselten Datei abspeichert. Wenn GPS nicht verfügbar ist, werden immer noch die ungefähre Position über das Mobilfunknetz erfasst.
Jetzt kam ans Licht, dass Android dem in nichts nachsteht. Und ehrlich gesagt: Es wäre ja fast enttäuschend gewesen, wenn sich hier die Datenkrake Google zurückhalten würde. So wird die aktuelle Position alle paar Sekunden gespeichert und alle paar Stunden an Google gesendet. Anstatt mich darüber zu empören (wahrscheinlich steht das ganze ja auch irgendwo versteckt in den AGB?) interessiert mich mehr, warum Google das macht.
Was hat Google davon, zu wissen, wo Max Mustermann gestern um viertel vor zwölf war. Das ist ja an sich erst mal nutzloses Wissen. Aber wie so oft lautet die Antwort: kundenorientierte Werbung. Google kann so z. B. erfassen, ob wir auf unserem Weg zur Arbeit öfter mal in der Nähe eines McDonald’s vorbeikommen und uns dann Werbung für den Fastfoodladen zeigen. Ja noch besser: Mit Hilfe genauer GPS-Ortung weiß Google sogar, ob wir auf die Werbung eingegangen sind und uns einen Burger geholt haben.
Noch ein anderes Szenario. Wir wohnen in der Nähe eines Bahnhofs. Laufen dort auch öfter mal vorbei. Der Arbeitsplatz ist 400 m von einem anderen Bahnhof entfernt. Google könnte nun ein direktes Werbeangebot für diese Strecke präsentieren.
Die Daten, dass sich hier ein McDoof und dort ein Bahnhof befindet, hat Google ja bei Maps und Streetview gesammelt und verankert. Ja, sie können sogar das Streetview-Foto mit unserem Haus verknüpfen. Das wäre wohl der Ort, an dem wir die meiste Zeit verbringen. Sie könnten sehen, ob vor dem Haus ein Golf oder ein 911er steht. Die Datenkrake kennt uns also noch besser als wir dachten. Zumindest die Smartphone besitzer. Und Android ist seit langem ein Gipfelstürmer.


