Garmin Edge 500 Fahrradcomputer (Review)

Bislang hatte ich meine Fahrten übers Smartphone mit der runtastic-App getrackt, was im Prinzip auch tadellos funktioniert hat. Allerdings ist diese Lösung auch öfter an ihre Grenzen gestoßen, vor allem was die Akkulaufzeit angeht. Gerade im Winter war teilweise kaum vorherzusagen, wie lange der Akku bei kalten Temperaturen in Verbindung mit GPS halten würde. Außerdem hat sich der Touchscreen während der Fahrt als schwierig zu bedienen erwiesen. Meine Laufuhr hat zwar GPS, aber ist zum Radfahren dann doch einigermaßen unpraktisch

IMG_3982Zunächst hätte sich natürlich ein stinknormaler Tacho als Alternative angeboten, mit dem sich auch alle notwendigen Daten sammeln lassen. Allerdings wollte ich auch nicht auf das Routentracking verzichten, weshalb diese Variante ausschied. Nach der obligatorischen Google-Recherche bin ich schließlich auf die Edge-Reihe von Garmin gestoßen.

Bevor ich zur eigentlichen Rezension komme, möchte ich noch kurz erwähnen welche Erwartungen ich an das Gerät hatte/habe, damit ihr den folgenden Bericht auch entsprechen einordnen könnt. Zentral bei der Geräteauswahl ist neben dem Tracking auch die Frage, ob man vorhat, das Gerät zum ernsthaften Routing verwenden. Wenn dies der Fall ist, liegt es näher, einen Bikecomputer mit Kartenfunktionalität zu wählen – der Edge 500 bietet das nicht. Es ist nicht so, dass Routing ein Fremdwort für den Edge 500 wäre, aber dazu weiter unten mehr.

Lieferumfang

Der Lieferumfang des Edge war ehrlich gesagt überraschend umfangreich. Zum Gerät gibt es zwei Halterungen fürs Bike, Gummis zur Befestigung in zwei Längen, ein Netzteil mit Adaptern fürs Ausland und ein (ziemlich kurzes) USB-Kabel. Weniger umfangreich ist allerdings die gedruckte Anleitung. Die vollständige Anleitung liegt auf CD bei oder ist auch online  bei Garmin verfügbar.

Es gibt auch ein ›Edge-Set mit Herzfrequenzsensor und Kadenzmesser, auf das ich aber verzichtet habe, weil ich schon von meiner Laufuhr her über einen Brustgurt verfüge und mich die Kadenz beim Moutainbiken nicht besonders interessiert.

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Befestigung

Angebracht wird der Garmin Edge 500 ziemlich unkompliziert, im Prinzip ähnlich wie ein Tacho. Die Halterung wird mit zwei Gummis am Lenker oder Vorbau befestigt und sitzt dort zwar nicht absolut unverrückbar, aber fest genug, um sich nicht während der Fahrt von alleine zu verschieben oder gar zu lösen. Richtig clever ist die Verbindung des Garmin mit der Halterung: Der GPS-Computer wird einfach mit einer Viertelumdrehung in die Halterung gedreht. Das ist nicht nur praktisch, wenn man das Fahrrad abstellt und den Garmin ohne viel Federlesen mitnehmen will, man kann auch sehr bequem zwischen Fahrrädern mit Halterung wechseln.

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Display

Der Edge 500 ist wirklich kaum größer als ein besserer Tacho, genau ergesagt 4,8 x 6,9 x 2,2 cm laut Datenblatt. Dementsprechend klein ist natürlich auch das Display mit 3,0 x 3,7 cm. Die Auflösung von 128 x 160 Bildpunkten haut heutzutage auch keinen mehr vom Hocker. Dennoch ist die Ablesbarkeit überraschend gut, wobei man dies auch selbst beeinflussen kann: Die Datenfelder, die angezeigt werden, sind frei anpassbar. Das heißt, ich kann nicht nur entscheiden welche Daten angezeigt werden sollen, sondern auch wie viele. Letzteres kann zwischen einem und acht Datenfeldern variiert werden. Ich verwende höchstens sechs Datenfelder auf einmal, weil das Display sonst tatsächlich etwas überfrachtet wirkt und man kaum auf einen Blick die gewünschte Info finden kann.

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Gleichzeitig ist man nicht drauf beschränkt, alles wichtige auf eine Seite zu packen, man kann bis zu fünf Seiten (mit jeweils max.  acht Datenfeldern) einstellen. Man muss aber nicht alle fünf verwenden. Außerdem kann eingestellt werden, dass der Garmin selbstständig durch die Seiten scrollt. Ich verwende diese Option nicht, sondern beschränke mich auf 2-3 Seiten, die ich selbst durchschalte, je nachdem was ich gerade sehen will. Eine Seite zeigt beispielsweise die aktuelle Höhe, Höhe über NN, Distanz, Geschwindigkeit, Temperatur und Steigung und kommt bei Anstiegen zum Einsatz. Dass die Datenansicht so frei konfigurierbar ist rechne ich dem Edge 500 hoch an und ist auch ein Grund, warum der kleinere Bruder Edge 200 nicht in Frage kam.

Positiv ist außerdem, dass sich sowohl der Kontrast als auch die Beleuchtungshelligkeit und -dauer konfigurieren lassen, sodass man z.B. vermeiden kann, bei einer Nachtfahrt ständig geblendet zu werden.

Messdaten

Soweit die Anzeige, aber was kann der Edge 500 überhaupt anzeigen? Natürlich können die Grunddaten wie Geschwindigkeit, Durchschnittsgeschwindigkeit, Maximalgeschwindigkeit, Distanz, Uhrzeit, Zeit in Bewegung und Zeit gesamt angezeigt werden. Diese werden aber noch durch eine Reihe weiterer Daten ergänzt.

Gerade als Mountainbiker dankt man dem Edge für seinen barometrischen Höhenmesser, der genauere Daten liefert als ein GPS-basierter (siehe Edge 200). Neben der absoluten Höhe lassen sich somit auch die gefahrenden Höhenmeter (aufwärts/abwärts), die aktuelle Steigung (positiv/negativ) und die Steiggeschwindigkeit in m/h mit ausreichender Genauigkeit ermitteln. Der Nachteil eines barometrischen Höhenmessers ist für gewöhnlich, dass er zu Beginn der Fahrt kalibriert werden muss auf die aktuelle Höhe, weil Wettereinflüsse, genauer gesagt der Luftdruck, die Höhe auch im Stand verändern. Über die Dauer einer Fahrt ist diese Veränderung in der Regel zu vernachlässigen, aber wenn der Höhenmesser mal eine Woche nicht kalibiert worden ist, kann es schon sein, dass der Wohnort plötzlich 100 Meter weiter unten im Tal liegt. Clevererweise lassen sich beim Edge Höhenpunkte festlegen. Sobald ein bestimmter Ort erreicht wird, dessen Höhe man hinterlegt hat, kalibiert sich der Höhenmesser automatisch auf diese Höhe. Idealerweise gibt legt man die eigene Haustür als Höhenpunkt fest. Die Höhe kann man z.B. aus Google Maps ermitteln.

Die verfügbaren Daten lassen sich noch durch optional erhältliche Sensoren erweitern. Neben Herzfrequenz- und ›Kadenzsensoren besteht die Möglichkeit einen Leistungssensor anzuschließen. Die Übertragung erfolgt über ANT+. Bei meinem Test mit dem Herzfrequenzsensor gab es keine Probleme und der Senosr wurde nach 5-10 Sekunden erkannt.

Für mich weniger interessant, aber für den ein oder anderen vielleicht nützlich, ist die Rundenfunktion. So lassen sich z.B. auch Rundenzeit und Rundengeschwindigkeit anzeigen. Runden können als Zeit- oder Distanzintervalle definiert werden. Die dritte Möglichkeit ist das Festlegen eines Startpunktes, an dem dann automatisch eine neue Runde gestartet wird.

Die Daten sind für meine Zwecke völlig ausreichend und lassen keine Wünsche offen. Ich wüsste nicht, was man noch anzeigen könnte. Es gibt sogar einen (etwas trägen) Temperatursensor.

Bedienung

Die Bedienung erfolgt noch über konventionelle Tasten. Beim Nachfolgemodell Edge 510 kommt ein Touchscreen zum Einsatz , den ich aber nicht unbedingt als Fortschritt sehe. Die Tasten haben einen etwas schweren Druckpunkt, was zwar unbeabsichtigte Bedienung verhindert, aber während der Fahrt etwas störend sein kann. Man kann sich aber daran gewöhnen. Die vier Tasten sind doppelt belegt und führen je nach Menü unterschiedliche Funktionen aus. Die Bedienung ist ziemlich intuitiv, kein Vergleich zum Garmin etrex, das eine ziemliche Usabilitykrücke in der Hinsicht ist.

Während der Fahrt kommt es sehr selten, aber eben doch vor, dass man manchmal den gegenüberliegenden Knopf betätigt, statt den eigentlich gewünschten, weil man sich zum Druck der Taste, am Gehäuse „abstützt“. Zum Glück muss man die Taste zum Zurücksetzen und Speichern des Workouts mindestens 3 Sekunden drücken und die Stoppuhr muss zuvor angehalten worden sein. Ein versehentliches Beenden des Workouts wird also wahrscheinlich nicht passieren.

GPS & Tracking

Im Vergleich zum Smartphone ist der GPS-Sensor genauer. Das hat ein Vergleich zweier Routen in Google Earth gezeigt. Das Smartphone bzw. die App hat gerne Kurven abgekürzt, was beim Garmin nicht/kaum passiert. Ich verwende den Aufzeichnungsmodus 1 Trackingpoint/Sekunde, was eine ziemlich gute Aufzeichnungsgenauigkeit ermöglicht. Dennoch ist auch dieser GPS-Sensor je nach Bedingungen mit den üblichen Abweichungen (ca. 3-5 Meter Abweichung behaftet).

Beispiel einer Aufzeichnung mit dem Garmin Edge 500
Aufzeichnung mit dem Garmin Edge 500 (Anklicken zum Vergrößern)

Zurückstecken muss der Garmin gegenüber der Smartphonelösung bei der Wartezeit, bis der GPS-Empfang verfügbar ist. Während die App oft schon nach 5-10 Sekunden einsatzbereit ist, vergehen beim Edge 500 gerne 30-60 Sekunden. Was mir außerdem aufgefallen ist, ist dass der Empfang auch kurz nachdem er eigentlich gefunden ist, noch eine relativ hohe Abweichung (ca. 20 Meter aufweist). Wenn man nochmal eine Minute wartet bessert sich das aber schnell, ansonsten ist der Beginn der Aufzeichnung etwas ungenau.

Gespeichert werden die Routen im neuartigen FIT-Format, nicht im weiter verbreiteten GPX. Über das Garmin Connect Plugin konnte ich die Workouts aber ohne vorherige Konvertierung auch auf runtastic hochladen, das eigentlich keine FIT-Dateien unterstützt. Außerdem können Workouts, von Garmin Connect (ich meine hier die Homepage) auch als GPX oder TCX exportiert und so eigentlich überall verwendet werden. Das seltsame Format hat mich zunächst etwas abgeschreckt, hat sich aber nicht als großes Problem erwiesen.

Routing

Wie ich schon eingangs erwähnt habe, ist das Edge 500 primär kein Routinggerät, da es keine Karten anzeigen kann und auch kein Farbdisplay bietet. Dennoch kann man mit dem Teil einer Route durchaus folgen. Es wird dann einfach nur eine sog. Brotkrumenspur angezeigt, der man nachfährt. Fährt man in die falsche Richtung oder verlässt die Route, wird man darauf hingewiesen. Ich habe allerdings auch ein paar Fehlalarme auf meiner Testfahrt bekommen, was dann doch etwas störend war. Andererseits ist man auf der Abfahrt dankbar, wenn man nicht erst 300 Meter weiter unten auf den verpassten Abzweig aufmerksam gemacht wird. 😉

Wenn ich einer Route folge, fahre ich automatisch gegen meinen sog. virtuellen Partner, der mit der Geschwindgkeit voraus- oder hinterherfährt, mit der die Strecke aufgezeichnet wurde. Auf dem Display gibt es dazu eine Zusatzseite, auf der eineHöhenprofil angezeigt wird mit zwei Punkten – einmal ich, einmal der VP – und die Zeit und Distanz zwischen uns beiden. Das ist sicher ein nettes Trainingsfeature, aber wenn man einfach nur einer Strecke folgen möchte eher unnötig. Ich hätte mir gewünscht, dass dieses Feature abschaltbar ist.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass man das Edge 500 schon zum gelegentlichen Routing hernehmen kann, für einen längeren Radelurlaub auf unbekannten Strecken sollte man sich aber definitiv auch Geräte wie das ›Edge 800 anschauen. Da mir das 800er zu teuer war und ich keinen gesteigerten Wert auf Routing lege, bin ich mit der rudimentären Routingfunktion zufrieden. Hier kommt es absolut auf das Nutzerprofil an.

Weitere Features

Abschließend möchte ich noch auf ein paar Features zu sprechen kommen, die noch erwähnenswert sind:

  • Akkulaufzeit: Garmin gibt an, dass der Edge 500 bei „normalem Gebrauch“ 18 Stunden läuft. 18 Stunden sind wahrscheinlich nur bei sparsamen Gebrauch realistisch, aber 14 Stunden dürften nach meiner Hochrechnung drin sein. Richtig leer wurde der Edge bei mir noch nicht, weil er beim Übertragen der Aktivitäten über USB auch immer wieder teilweise geladen wird.
  • Auto Pause: Im Stillstand wird die Stoppuhr angehalten, wenn man weiterfährt wird sei fortgesetzt. Man kann auch eine Geschwindigkeitsschwelle festlegen. Funktioniert sehr gut.
  • Bewegungshinweis: Wenn man Fährt ohne das Workput gestartet zu haben, wird man vom Edge 500 darauf aufmerksam gemacht.
  • Spritzwassergeschützt: Laut Spezifikation kann das Edge unbeabsichtigtes Eintauchen in bis zu 1 Meter bis zu 30 Minuten überleben. Gut, aber ein richtig wasserdichtes Gerät wäre natürlich noch schöner.
  • Radprofile: Es lassen sich bis zu 3 Radprofile hinterlegen, für die separat die Gesamtkilometer gezählt werden.
  • Intervalle: Es lassen sich Intervalle mit bestimmten Vorgaben, z.B. Leistungsbereiche oder HF-Bereiche, einprogrammieren.

Fazit

Für meine Zwecke – Tacho mit Trackingfunktion – ist der Garmin Edge 500 ideal. Besonders positiv sind die geringe Abmessung, die gelungene Halterung und hohe Konfigurierbarkeit der Datenfelder. Der barometrische Höhenmesser, der sich über Höhenpunkte selbst kalibieren kann, ist eine tolle Idee. Das Tracking ist recht genau, auch wenn die GPS-Suche zu Beginn des Workouts etwas Zeit in Anspruch nimmt. Die Negativpunkte fallen nicht übermäßig schwer ins Gewicht: Der Druckpunkt der Tasten ist nicht ganz ideal, der virtuelle Partner kann beim Routing etwas störend sein und das FIT-Format ist etwas exotisch (aber weitestgehend kompatibel und konvertierbar). Dass die Routingfunktion hier eigentlich eher Trainingsfunktion als Navigationshilfe ist, sollte bei diesem Produkt klar sein.

Der ›Garmin Edge 500 bietet was er verspricht und das zu einem durchaus akzeptablen Preis von ca. 170 Euro (199 Euro OVP).

Wertung
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Disclosure: Ich habe den Edge 500 regulär gekauft und erhalte für diese Rezension keine Gegenleistung.

 

Garmin Forerunner 210 GPS-Uhr (Review)

Der Garmin FR210 macht auch als Alltagsuhr eine gute Figur.Kaufentscheidung

Nachdem ich nun ein halbes Jahr mit der runtastic-App gelaufen bin, war ich es etwas leid, immer das Smartphone beim Laufen mitzuschleppen. Die Zeit war reif für eine GPS-Uhr! Schließlich habe ich mir für den Garmin Forerunner 210 entschieden.

Der FR210 ist zwar nicht gerade brandneu, aber immernoch das aktuellste Modell, dass Garmin in dieser Kategorie führt. Für mich stand nach einiger Überlegung fest, dass mir eine klobige Uhr wie der FR 305 oder 310, die ich nur zum Sport tragen kann, zu teuer ist. Unter diesem Gesichtspunkt blieben in meinem Budget von um die 200 Euro nur noch vier Modelle: 110, 210, 405, 410. Die letzten beiden schieden aus, weil diese über einen berührungsempfindlichen Ring bedient werden. Eine kurze Google-Recherche ergab, dass dieser in beiden Fällen oft nicht zufriedenstellend funktioniert und sich bei Regen gerne selbstständig macht. Zwar kann man bei diesen Modellen die Bedienung sperren, um ungewollte Bedienung zu verhindern, aber wirklich sinnvoll erscheint mir dieses Konzept nicht. Während des Laufens will ich schließlich ohne weiteres Gefummel die Möglichkeit haben, z.B. die Ansicht zu ändern.

Am Ende blieben also noch der Forerunner 110 und der 210. Beide sind äußerlich baugleich, der FR210 bietet aber im Vergleich zum FR110 die Möglichkeit, Intervalle zu programmieren und einen Fußsensor über ANT+ zu verbinden. Vor allem die Intervallfunktion war für mich letztlich ausschlaggebend, den FR210 zu nehmen

Optik, Haptik und Material

Der FR210 kann ohne weitere Probleme als Alltagsuhr getragen werden. Er ist zwar schon etwas höher als eine normale Uhr, das fällt aber m.E. nicht weiter unangenehm auf. Das Armband ist angenehm und lässt sich fein verstellen, sodass die Uhr an so ziemlich jedes Armgelenk passen dürfte. Farblich verhält sich der FR210 eher konservativ und ist nur komplett in schwarz erhältlich. Die „›Frauenversion“ hat noch ein paar türkise Elemente.

Das Armband passt lässt sich gut einstellen.
Der FR210 ist auch alltagstauglich.

Der Tragkomfort gefällt, beim Laufen stört die Uhr nicht, auch vom Gewicht her trägt sie sich sehr angenehm. Was sich nicht vermeiden lassen wird ist, dass man direkt unter der Uhr recht stark schwitzt. Man sollte die Uhr daher vor dem Anschließen über die Ladeklemme auf jeden Fall trockenen lassen, um eine Korrosion der Kontakte zu vermeiden. Stichwort „trocken“ – auch wenn der Forerunner wegen seiner gummierten Hülle einen dichten Eindruck macht, ist er nicht zum Schwimmen geeignet. Garmin gibt an, dass der FR210 zeitweiliges (d.h. maximal 30 Minuten) Untertauchen in bis zu 1 Meter mitmacht. Ich habe das bisher nicht ausprobiert, weil ich doch etwas skeptisch bin. Bei mir gibt’s nur wasserdicht oder nicht wasserdicht 😉 Regen macht der Uhr aber scheinbar nichts aus, ich war bereits auf dem Mountainbike unfreiwillig eine halbe Stunde in strömendem Regen unterwegs und die Uhr läuft noch. Feststeht, dass der FR210 nicht für Triathleten geeignet ist, auch was die Funktionen angeht.

Bedienung und Funktion

Wie bereits erwähnt, wollte ich keine GPS-Uhr mit Ringbedienung. Der FR210 wird über vier Tasten mit ordentlichem Widerstand bedient, sodass man einen unbeabsichtigten Knopfdruck fast ausschließen kann. Den Hauptknopf page/menu empfinde ich allerdings als etwas zu schwergängig. Indem man diesen Knopf für 3 Sekunden gedrückt hält, öffnet man das Menü, durch das man dann mit den Tasten auf der rechten Seite der Uhr navigieren kann. Dabei ist das Menü und alle Untermenüs logisch aufgebaut, sodass man die Uhr nach kurzer Zeit intuitiv bedienen kann.

Zu der leichten Bedienung trägt natürlich auch der etwas eingeschränkte Funktionsumfang des Forerunners bei. Hier eine Übersicht der zentralen Funktionen:

  • Stoppuhr
  • Messung von Geschwindigkeit / Pace
  • Messung der Distanz
  • Trackaufzeichnung
  • Herzfrequenz
  • Schrittfrequenz (nur mit zusätzlichem Zubehör)
  • Uhrzeit
  • Kalorienberechnung
  • Sehr helle Displaybeleuchtung
  • Intervalle programmierbar

Die Uhr zeichnet auch die Höhe auf, allerdings lässt sich diese nur in der Auswertung auf dem Computer, z.B. über Garmin Connect, anzeigen.

Auf die Intervallfunktion möchte ich näher eingehen, zumal ich bei meiner Kaufrecherche dazu recht wenig finden konnte. Die Intervalle lassen sich einfach über die Uhr programmieren. Man hat die Auswahl eine Aufwärmphase dem eigentlichen Training voranzustellen. Das Aufwärmen läuft dann solange, bis man per Druck auf die lap/reset-Taste die Intervalle startet. Als Intervall lässt sich dann eine Laufphase festlegen auf die immer eine Erholungsphase folgt. Die Länge der beiden Phasen kann jeweils als Distanz oder Zeit festgelegt werden. Ich habe z.B. eine 200m-Laufphase programmiert, während der ich zügig laufe und eine dreiminütige Erholungsphase, in der ich ein gemütlicheres Tempo einlege. Man kann die Anzahl der Wiederholungen der beiden Phasen festlegen. Sobald alle Wiederholungen abgeschlossen sind, ist das Training beendet oder es folgt – je nach Einstellung – eine Auslaufphase, die endet, sobald wieder lap/reset gedrückt wird. Das Ende eine jeden Abschnitts kündigt die Uhr deutlich durch einen akustischen Countdown an.

Der FR210 hat alle wichtigen Funktionen an Bord, die ein Läufer braucht, aber auch nicht mehr. Komfortfunktionen, wie die AutoPause (Uhr stoppt die Zeitnahme bei Stillstand) oder der virtuelle Traningspartner, den z.B. der FR410 oder FR305 bieten, fehlen. Außerdem lässt sich die Displayansicht nur sehr eingeschränkt anpassen. Oben steht immer die Distanz, unten immer die Geschwindigkeit bzw. Pace. Im Mittelfeld kann man wählen zwischen Uhrzeit, gestoppte Zeit, Rundenzeit und Herzfrequenz. Im Intervallmodus kann auch die verbleibende Zeit/Distanz des aktuellen Intervalls angezeigt werden.

Akkulaufzeit

Eines vorneweg: Ich habe die bisher noch nie komplett leergelaufen. Ich hatte die Uhr aber schon für 4,5 Stunden im Dauerbetrieb und die Batterieanzeige stand auf 2 von 4 Balken. Die von Garmin angegebene Laufzeit von 8 Stunden ist also wahrscheinlich nicht ganz abwegig. Für Läufer ist die Akkuleistung also völlig ausreichend, auch einen Marathon wird man mit dem FR210 aufzeichnen können, ohne nervös werden zu müssen.
Im Sparmodus, also wenn GPS deaktiviert ist, soll die Uhr bis zu 3 Wochen durchhalten. Ich schätze 2 Wochen als realistischen Wert ein.

Zubehör

Soweit ich weiß, gibt es den Forerunner 210 nur im Bundle mit Brustgurt. Dieser ist ein hochwertiger Stoffgurt, mit Sendeeinheit, die man abnehmen kann. Der Gurt kann also auch gewaschen werden. Im Vergleich zu den üblichen Kunstoffgurten trägt sich der Stoffgurt wirklich wesentlich besser. Daumen hoch!

Einen ›Fußsensor kann man zusätzlich erwerben, da ich aber nicht auf dem Laufband oder sonst in geschlossenen Räumen trainiere, ist dies für mich weniger interessant. Wer einen Fußsensor verwendet, kann gleichzeitig einen Brustgurt koppeln (nicht möglich mit FR110).

Nicht kompatibel ist der FR210 mit Trittfrequenzsensoren fürs Bike.

Fazit

Display des Forerunner 210
Display des Forerunner 210

Summa summarum ist der FR210 ein solider Laufbegleiter, der die wichtigsten Parameter anzeigen kann und über die Tasten auch während dem Sport gut bedient werden kann. Auch als Alltagsuhr macht die Uhr eine gute Figur und wirkt nicht zu klobig.
Schade ist, dass der FR nur „zeitweise“ wasserdicht ist. Für Triatheleten wird die Uhr – auch wegen fehlender Komfortfunktionen und der eingeschränkten Anpassbarkeit des Displays – nicht in Frage kommen. Ambitionierte Hobbyläufer können mit dem Garmin Forerunner 210 eine gute, motivierende Trainingshilfe erwerben, die allerdings auch ihren Preis (ca. 170 Euro) hat.

 Wertung

Vergleich verschiedener GPS-Uhren

[Anleitung] Hulu, YouTube & Co. unkompliziert entsperren

Zunächst müsst ihr etwas Vorarbeit leisten und das Addon installieren. Ihr findet ProxMate hier, auf der Addonseite von Mozilla.Für Googles Browser Chrome ist das Addon übrigens auch verfügbar, der Download ist über die Herstellerseite möglich.

Proxmate installieren
Proxmate installieren

In der Regel müsst ihr Firefox nach der Installation nicht neustarten und könnt gleich loslegen. Unten rechts in der Statusleiste sollte das ProxMate-Icon angezeigt werden.

Hulu entsperren

Ruft jetzt zum Beispiel hulu.com auf. Dort werdet ihr zunächst mit der üblichen „nicht verfügbar“ Nachricht begrüßt. Dieses Fenster schließt ihr einfach und navigiert dann zu einem Video eurer Wahl. Um das Video nun zu entsperren, klickt ihr nun zuerst auf details und dann auf Unblock this video (siehe Screenshot) – und schon ist das Video bereit zum anschauen!

Videos auf hulu.com können mit ProxMate unkompliziert entsperrt werden.
Videos auf hulu.com können mit ProxMate unkompliziert entsperrt werden.

YouTube entsperren

Auf YouTube ist das ganze noch einfacher, das Video wird automatisch entsperrt:

ProxMate entsperrt YouTube-Videos automatisch.
ProxMate entsperrt YouTube-Videos automatisch.

Diese zwei Plattformen habe ich ausprobiert, laut Programmierer funktioniert auch das Freischalten auf Groveschark.

Ein großer Vorteil des Addons ist neben der einfachen Bedienung, dass die Videos auch noch recht zügig laden, was man von Alternativen wie hidemyass.com ja nicht unbedingt sagen kann. Von daher kann ich ProxMate nur empfehlen.

Crowdsourcing mit WorkHub – ein Erfahrungsbericht

Auf dem Crowdsourcing-Markt gibt es viele Anbieter, dich man wohl als schwarze Schafe bezeichnen kann. Oft wird eine extrem niedrige Bezahlung angeboten, mit der man vermutlich gerade mal den Strom, den man dabei am Computer verbraucht, verdienen kann.

WorkHub ist was die Bezahlung angeht für mein Ermessen zumindest recht transparent: Es werden aktuell drei verschiedenen Aufgabentypen angeboten. Zu jedem wird ein Lohn in Form von Credits (1 Credit = 1 Cent) angezeigt. Diese werden nach Abschluss der Aufgabe nicht sofort, sondern erst nach Prüfung gutgeschrieben, was aber recht flott geht.

Als „Jobs“ stehen zurzeit folgende Aufgaben zur Verfügung:

  • Ein Bild mit 25 Schlüsselwörtern versehen, 25 Credits
  • Einen Online-Shop mit Schlüsselwörtern beschreiben, 250 Credits
  • Ein Produkt mit Schlüsselwörtern beschreiben, 185 Credits

Ich habe bisher nur die erste Option getestet, die sich relativ zügig bearbeiten lässt (ca. 5 Minuten). Nach Adam Riese ergibt dies aber einen doch eher mageren Schnitt von 3 Euro pro Stunde, was meiner Meinung nach nicht rentabel ist. Man muss in dieser Hinsicht WorkHub zugute halten, dass das Projekt auch nicht so konzipiert ist, dass es dazu verleitet, stundenlang „zu arbeiten“, sondern dass man die Aufgaben eher nebenbei, z.B. beim Warten auf den Bus, erledigt. Dem ist auch geschuldet, dass man sich nur über das Smartphone einloggen kann. Man will also auch gar nicht, dass Leute längere Zeit arbeiten, was sicherlich auch der Qualität der Arbeit abträglich war.

Warum ich noch keine der höher bepreisten Aufgaben probiert habe? Auf den ausführlichen Beschreibungsseiten stellt sich heraus, dass es nicht nur um das Eingeben von Schlüsselwörtern geht, sondern um einiges mehr:

Manche Aufgaben bei WorkHub...

Ich kann mir nicht vorstellen, dass viele Nutzer sich tatsächlich die Mühe machen, Beschreibungen und Kurztext am Smartphone zu tippen, da muss der Bus schon sehr verspätet sein.

Ich finde es auch nicht besonders motivierend, dass die Aufgaben doch recht stupide sind. Schlüsselwörter und Werbetexte eingeben finde ich jetzt weniger prikelnd. Es ist schon klar, dass derartige Angebote nicht mit interessanten Herausforderungen aufwarten, zu Beginn gab es aber beispielsweise die Aufgabe, Bildbeschreibungen für Sehbehinderte einzugeben, aber diesen Job gibt es mitterweile nicht mehr.

Von der Handhabung ist die Seite angenehm gestaltet, aber so wie die Aufgabenlage ist, finde ich das Angebot nicht allzu interessant. Die Auszahlung erfolgt übrigens per Paypal, was bekanntlich mit Gebühren für den Empfänger verbunden ist.

Fazit

Solides Fundament, die richtigen Inhalte fehlen aber noch. Die aktuellen Roboteraufgaben sind leider kaum motivierend. Der Ansatz, dass man hier mal zwischendurch ein paar Cent verdienen kann ist sympathisch – man darf auf die Entwicklung der Plattform gespannt sein.

Wer sich für Hintergründe zu dem Projekt interessiert, dem lege ich den Artikel auf netzwertig.com ans Herz.

Bilder: Screenshots

 

runtastic PRO: Sport-Tracker fürs Smartphone (App-Review)

Startbildschirm von runtastic

Im Android Market (oder wie es seit Kurzem heißt: Google Play) gibt es einige Apps zum Tracken von sportlichen Aktivitäten. Die zwei Platzhirsche sind wohl Endomondo mit über 1 Million Downloads und runtastic mit gut 500.000 Abrufen.

In diesem Test wird es um die Pro-Version der runtastic-App gehen, die auf dem ersten Blick vor Endomondos Tracker liegt, der schon etwas Staub angesetzt hat, was die Optik angeht. Ob runtastic auch unter der Haube überzeugen kann, lest ihr hier.

Design und Bedienung

Wie gesagt, mit Hinblick auf das Design kann die App überzeugen. Interessanterweise wurde das neue Design noch nicht für die iPhone-Version publiziert, bisher ist es Android-Nutzern vorbehalten.

Die Startansicht mit den wichtigsten Daten. Welche Infos angezeigt werden, ist anpassbar.

Die Bedienung der App geht leicht von der Hand, mithilfe von Wischbewegungen lässt sich zwischen verschiedenen Ansichten wählen. Während des Joggens oder Radfahrens fällt die Bedienung etwas schwer, wenn man nicht stehen bleiben möchte. Das liegt vor allem an den etwas kleinen Schaltflächen. Ich habe die App bisher vor allem zum Biken benutzt und habe mein Smartphone mit einer selbstgebastelten Halterung quer am Lenker befestigt. Leider unterstützt die App aber den Panoramamodus nicht, was auch Läufer, die das Smartphone mit entsprechendem Band am Arm tragen, stören dürfte, weil die Angaben (Geschwindigkeit etc.) sich ohnehin aufgrund der recht kleinen Schriftgröße nicht auf einen Blick ablesen lassen.

Ideal wäre ein Sportmodus, der die Panoramaansicht, größere Schrift und größere Bedienelemente bieten würde. In Bewegung ist die Bedienung also nicht ideal, aber durchaus noch akzeptabel.
Endomondo liegt in punkto Bedienung leicht vorne, ist aber auch nicht perfekt.

Funktionen

runtastic bietet einen meiner Meinung nach guten Funktionsumfang. Es gibt natürlich die Basics, die eigentlich jeder Sport-Tracker bietet, sprich:

  • Aufzeichnung der Route via GPS, Anzeige auf einer Karte
  • Geschwindigkeit und Durchschnittgeschwindigkeit
  • Distanz
  • Pace (Min/Km), Durchschnittspace
  • Berechnung der verbrannten Kilokalorien
  • Puls (kompatibler Brustgurt nötig)
  • Verschiedene Sportarten-Profile
  • Anbindung an Online-Community

Abgesehen davon finden sich aber auch weitere, speziellere Funktionen. Eine davon ist das sog. Live Tracking. Wenn man über eine mobile Internetverbindung verfügt, besteht die Möglichkeit, die aktuelle Position und die absolvierte Strecke in Echtzeit auf der Website sichtbar zu machen. Dieses Feature lässt sich aber auch abschalten.
Ich habe das Feature bisher zwei Mal versucht zu nutzen – leider ist die App jedesmal kurz danach abgestürzt. Das ist natürlich enttäuschend, aber den Rezensionen im Market entnehme ich, dass dies wohl ein Einzelfall ist.
Andere Nutzer, die das Live Tracking verfolgen, können den Sportler über die Website motivieren, sodass die App dann z.B. Anfeuerungsrufe abspielt. Ganz nette Spielerei finde ich, aber im Prinzip eher Kategorie „überflüssig“. Ich persönlich lege nicht besonders viel Wert darauf, online verfolgt zu werden und von Gejohle aus meinem HTC Desire „motiviert“ zu werden 😉 Aber viele werden dieses Community-Feature sicher dennoch schätzen.

Sinnvoller finde ich da schon die Möglichkeit, am Ende der Aktivität eine Bewertung vorzunehmen, wie man sich gefühlt hat. Man kann so festzustellen, ob man Fortschritte macht und wo man aktuell konditionell steht. Außerdem lassen sich noch die Wetterbedingungen sowie das Gelände (Straße, Weg, Gelände etc.) eingeben.

Sehr gut gefällt mir die Auswertung direkt in der App. Die Strecke kann man z.B. in 1km-Abschnitte einteilen lassen und dann de jeweiligen Werte wie Durchschnittsgeschwindigkeit und Höhenmeter anzeigen lassen. Diese Daten werden auch in Form von Graphen in einem Diagramm dargestellt. Wer einen kompatiblen Brustgurt hat, kann hier auch den Puls miteinbeziehen.

runtastic - Tabellenansicht
runtastic - Tabelle
runtastic - Diagramm
runtastic - Diagramm
runtastic - Karte
runtastic - Karte

 

Endomondos App bietet einen Sprachcoach, hier liegt runtastic aber deutlich vorne. Zum einen ist die Stimme deutlich angenehmer und die Tonqualität besser, zum anderen ist eine deutsche Sprachausgabe möglich. Die Sprachausgabe wird übrigens über die App und nicht über die TTS-Engine realisiert. Es lassen sich Distanz- und/oder Zeitintervalle festlegen, z.B. alle 5 Minuten, nach denen die App dann folgende Daten ansagt: Distanz, Dauer, Pace, Geschwindigkeit, Kalorien, Puls (falls ein Bluetooth-Pulsgurt angekoppelt ist). Man kann auch Infos abwählen, die nicht angesagt werden sollen.
Praktisch: Die App meldet sich auch, wenn das GPS-Signal verloren geht, allerdings meist mit ca. 1 Minute Verzögerung, vermutlich um ständige GPS-Ansagen zu verhindern, wenn man sich beispielsweise in einem Wald befindet. Der Sprachcoach, der nur in der Pro-Version verfügbar ist, ist ein gutes Argument für runtastic.

Allerdings fehlen mir auch ein paar Funktionen, z.B. die Möglichkeit, dass das Workout automatisch angehalten wird, wenn man sich nicht fortbewegt. Man muss nämlich jedesmal manuell pausieren, sonst werden die Durchschnittsgeschwindigkeitswerte ziemlich verzerrt und sind nicht mehr besonders aussagekräftig.

Auch wenn es einige Workout-Typen möglich sind, es gibt noch Luft nach oben.
Auch wenn es einige Workout-Typen möglich sind, es gibt noch Luft nach oben.

Außerdem würde ich mir wünschen, dass man gegen seine eigene Zeiten und die Zeiten von anderen Usern antreten könnte, was bei Endomondo wiederum möglich ist. Zwar gibt es Workouts wie „Zeitziel 1 Stunde“ oder „Verbrenne eine Pizza“, aber das sind eben nicht besonders durchdachte Workouts. Im Prinzip kann ich diese Daten auch auf dem Bildschirm ablesen. Bei Sport-Tacker-Apps würden sich auch Intervall-Workouts anbieten, bei denen die App dann ansagt, wann es Zeit ist, den nächsten Intervall (z.B. „10 Minuten langsam gehen“) zu beginnen. Soetwas bietet runtastic leider auch in der Pro-Version nicht. Auch Endomondo kann leider nicht mit einer solchen Funktion aufwarten. Soweit ich weiß bietet SportsTracker etwas in dieser Richtung.

GPS-Empfang

Bisher hatte ich keine Probleme mit dem GPS-Empfang mit runtastic. Allerdings ist es ein weit verbreiteter Irrglaube, dass der Empfang etwas mit der App selbst zu tun hätte. Die App muss nur „merken“, dass das Smartphone Empfang hat, und das klappt mir runtastic (und auch Endomondo) einwandfrei.

Fazit

runtastic PRO ist ein empfehlenswerter Tracker für Sportler, oder alle, die sportliche Ambitionen haben. Die App punktet mit einem ansprechenden Design und guten Auswertungsmöglichkeiten in Diagramm- und Tabellenform. Im Praxistest hat das Live Tracking nicht geklappt, ansonsten hat sich die App keine Blöße gegeben. Großer Pluspunkt ist auch der Sprachcoach, der im Vergleich mit Endomondo angenehm auffällt.
Was die Workout-Programme angeht, fällt runtastic gegenüber der Konkurrenz aber ab. Etwas ausgefeiltere Programme wie Intervalltraining wären wünschenswert. Die Bedienung während des Sports ist auch nicht ideal, hier besteht noch Nachbesserungsbedarf.
Insgesamt überzeugt die Pro-App, die preislich allerdings höher liegt als die Konkurrenz.

Wertung

Der Artikel und die Wertung beziehen sich auf die PRO-Version für Android von runtastic. Zum Testen am besten erst mal die Standardversion nehmen.

Getestet wurde die zum Veröffentlichungsdatum aktuelle Version 3.0.4

Was hältst Du von runtastic bzw. welche App nutzt du?

Dropbox-Tester erhalten bis zu 5GB Bonusspeicher

Wer sich auf die experimentelle Dropbox-Version 1.3.13 einlässt, kann bis zu 5GB an zusätzlichem Speicher abstauben. Normalerweise verfügen User, die Dropbox kostenlos nutzen,  über 2GB.

Dropbox ist ein Synchronisationsdienst, den ich  benutze, weil ich oft Dokumente an unterschiedlichen Computern bearbeite. Dropbox arbeitet unbemerkt im Hintergrund und aktualisiert geänderte Dokumente umgehend auf dem Server.

Mit dem Bonusspeicher möchte man nun Nutzer dazu bewegen, die neue Version zu testen. Allerdings werden die 5GB nur schrittweise freigeschalten: Man erhält für alle 500MB, die man hochlädt, eine Speichererhöhung um 500MB. Das lässt sich sooft wiederholen, bis die 5GB (also dann insgesamt 7GB) erreicht sind. Das erhöhte Speicherlimit bleibt erhalten, auch wenn man Dateien wieder löscht.

Der Changelog der experimentellen Version enthält neben kleineren Bugfixes unter anderem:

  • Behebung von Abstürzen beim Hochladen von RAW-Dateien
  • Besserer Umgang beim Trennen von externen Geräten unter Windows
  • Behebung eines Fehlers, bei dem mehrere Kameraordner angelegt wurden

Wie gesagt, diese Version ist noch experimentell, es ist also sehr wahrscheinlich, dass diese Version auch wieder neue Bugs mit sich bringt. Außerdem haben einige Nutzer im Dropbox-Forum berichtet, dass sie nicht den vollen Bonus erhalten. Tatsächlich sind die 5GB nicht leicht zu erreichen.

Dropbox bietet Testern bis zu 5GB Extraspeicher
Dropbox bietet Testern bis zu 5GB Extraspeicher

In einem anderen Forumspost wird aufgeschlüsselt, wie man den kompletten Zusatzspeicher erhält. Es kommt wohl auch auf die Dateiarten an (Bilder, Videos…), die man hochlädt.

Ich werde mich vorerst mit dem Update zurückhalten, da die langsamen Uploadgeschwindigkeit Dropbox zum Synchronisieren von großen Dateien für mich umständlich zu benutzen machen. Und für Dokumente reichen auch 2GB aus.

Für experimentierfreudige Nutzer, die hingegen Bilder oder Videos über Dropbox sichern, teilen oder synchronisieren möchten, könnten sich ein Blick auf Version 1.3.13 lohnen.

Bilder: Dropbox

Wie die GEZ noch ungerechter wird (Kommentar)

Ab übernächstem Jahr dürfen alle ran. „Alle“ bedeutet, jeder der ein Dach über dem Kopf hat. Denn die GEZ-Gebühr wird ab 2013 nicht mehr nach dem vorhandenen Gerätesortiment berechnet, sondern pauschal pro Wohnung.

Zugegeben, das klingt zunächst einmal gar nicht so schlecht: In der allergrößten Mehrzahl deutscher Wohnungen findest sich mindestens ein Fernsehgerät. Oder Radio. Oder Computer. Oder internetfähiges Smartphone. Oder wofür man sonst noch so GEZ verlangt.
Ja, da scheint es sogar vernünftig zu sein, einfach alle zur Kasse zu bitten und sich den hohen Verwaltungsaufwand der GEZ sparen. Immerhin hat die GEZ in ihrem Geschäftsbericht 2010 Ausgaben in Höhe von gut und gerne 160 Millionen Euro ausgewiesen. Die könnte man wohl beträchtlich reduzieren weil man ja auf die berühmten – ich nenne sie mal Außendienstmitarbeiter – verzichten könnte. Die meisten Gebührenzahler könnten dann von einer Kürzung der Gebühr profitieren.

Aber ihr merkt es schon: Der letzte Absatz enthält viel Konjunktiv. Denn die Realität sieht anders aus. Die Gebühren werden nicht gekürzt, sie bleiben nach wie vor bei 17,98 €. Allen, die nur Radio hören (Kostenpunkt: 5,76€) oder keine GEZ zahlen mussten, steht eine saftige Erhöhung ins Haus.

Ab 2013 ist diese Fußmatte veraltet, die Anzahl der Geräte ist für die GEZ nicht mehr relevant.
Ab 2013 ist diese Fußmatte veraltet, die Anzahl der Geräte ist für die GEZ nicht mehr relevant.

Ein Artikel, der auf tagesschau.de veröffentlicht worden ist, versucht das ganze meiner Meinung nach auf ziemlich plumpe Art und Weise schön zu reden.

Die Tatsache, dass es in wenigen Fällen in einer Wohnung keine Empfangsgeräte, keinen internetfähigen Computer und keine Smartphones gibt, entbindet nicht vom Rundfunkbeitrag. Das liegt in der Logik des neuen Systems. Wenn zur Entlastung und Vereinfachung nicht mehr nach Geräten gefragt wird, wird auch ein Gerätebestand von „null“ nicht erfasst.

Das mag auf den ersten Blick sinnvoll sein. Jede Wohnung zahlt, also ist es egal welche Geräte vorhanden sind. Dennoch fehlt die logische Konsequenz in dem ganzen Modell, dass der GEZ-Zahler von dieser Vereinfachung auch etwas mitbekommt in Form von geringeren Gebühren.
Außerdem sprechen wir beim Fernsehen immer noch von einer Dienstleistung für die jeder Zahlen muss, ob er sie nun nutzt oder nicht. Diese Tatsache wird mit der obigen Begründung doch recht lapidar unter den Tisch gekehrt, nach dem Motto „Ist uns doch egal, ob du fernsiehst, du zahlst trotzdem.“ – „Wofür, ich kann gar keine öffentlich-rechtlichen Programme nutzen?“ – Naja, du zahlt trotzdem fürs Fernsehen“.
Gebührenvereinfachung hin oder her, dieser Punkt ist immer noch eine Ungerechtigkeit in meinen Augen, die auch mit dem neuen System (bewusst?) nicht angetastet wird.

Was sagt denn der Artikel dazu? Warum muss jeder zahlen?

„Weil der Beitrag so eine Art Infrastrukturleistung ist: Alle zahlen dafür, dass sie die Möglichkeit haben, Radio, Fernsehen und Internet zu empfangen – unabhängig davon, ob sie diese Möglichkeit wirklich nutzen“, so Piel [Anm.: Die ARD-Vorsitzende und WDR-Intendantin]. „Vergleichen Sie es mit einem Kinderspielpatz: Auch die Menschen, die keine Kinder haben, müssen trotzdem im Rahmen der Solidarität für diese Infrastruktur zahlen.“

Dafür, dass man sich sicher Gedanken gemacht hat, wie man auf diese Frage reagiert, ist die Antwort umso lächerlicher. An Frau Piels stelle hätte ich das Internet gleich ganz aus der Gleichung gestrichen. Es ist zwar schon ein starkes Stück, dass man für den Besitz eines an das Internet angeschlossenen Computers, mit dem man eventuell ard.de & Co. aufrufen könnte, zahlen soll. Dass man aber für den Empfang des Internet Gebühren abführt soll, ist schon sehr skurill. Aber lassen wir das mal als Ungenauigkeit in der Formulierung bei Seite.

Der Vergleich mit dem Spielplatz ist ziemlich aufschlussreich, weil er hinkt und zwar auf beiden Füßen. Schon alleine die Größenordnung stimmt nicht. Wie viel zahlen wir Deutsche denn pro Monat von unserem Lohn für Spielplätze. Möglicherweise 5-10 Cent,wahrscheinlich noch weniger. Klar, Spielplätze sind nur eine Ausgabe von vielen, für die unsere Steuergelder verwendet werden. Aber die Höhe der GEZ, die bald alle zahlen müssen, steht doch in keinem prozentualem Verhältnis zu dem Verwendungszwecken unserer Steuern, die für die Infrastruktur des kompletten Landes letztlich Verwendung finden. Und diese vielfältigen Einsatzmöglichkeiten sorgen doch auch dafür, dass jeder in dem Rechts- und Sozialstaat, in dem wir leben, seinen Anteil daran hat. Sei es durch das Fahren auf der Autobahn, den Bezug von Sozialleistungen, den Schutz durch die Polizei, die Rechtssicherheit durch Gesetz und Gericht, einer gewählten Regierung die bezahlt werden muss etc..
Um es auf den Punkt zu bringen: Mal hat der eine was von einem Verwendungszweck mal der andere, mal alle.
Aber die GEZ ist eine dezidierte Gebühr, die nur für Fernsehen/Radio bezahlt werden soll, auch wenn man nichts davon hat. Ein großer und kein feiner Unterschied, den mir noch keiner wirklich schlüssig erklären konnte.
Das Beispiel mit dem Spielplatz ist natürlich insofern geschickt gewählt, als dass keiner sagen würde, dass die Kinder auf ihren Spielplatz eben verzichten sollen. Aber ein Spielplatz (eine der Myriaden an Verwendungen von Steuergeldern) und die GEZ (eine Gebühr die ausschließlich den Öffentlich-rechtlichen und zu einem ordentlichen Teil dem Selbsterhalt der GEZ dienen) haben dann schlussendlich doch recht wenig gemeinsam.

Die GEZ ist aber nicht nur ungerecht, sondern in bestimmter Weise ungerechtferigt. Ich würde erwarten, dass die ÖR wenigstens komplett werbefrei sind, wenn sie schon bürgerfinanziert sind. Angesichts des zitierten Artikels ist es auch mit der Neutralität, die ja durch die Unabhängigkeit von externem Sponsoring gegeben sein soll, nicht allzu weit her. Ihr könnt euch den Beitrag ja mal durchlesen. Danach meint man, die GEZ wirft überhaupt keine Fragen auf und wäre das Tollste seit der Erfindung von geschnittenem Brot.

Ich hoffe, ich bin nicht zu sehr dem GEZ-Bashing verfallen. Und ich gebe auch gerne zu, dass die Nachrichten der ÖR unerreicht sind, die Berichterstattung i.d.R. unvoreingenommen und gut recherchiert ist. Dafür zahle ich gerne. Aber es läuft auch viel á la Rosamunde Pilcher, Drei bei Kai und Lafer! Lichter! Lecker!. Dafür zahle ich weniger gerne.  Am meisten stört mich aber, man sich scheinbar nicht die Mühe gibt, ein faires Konzept zu erarbeiten. Vermutlich wäre es am Einfachsten, die GEZ als Institution zu streichen und die die ÖR über Steuern zu finanzieren. Vereinfachung ist oft zwar gut, aber manchmal wird sie der Wirklichkeit nicht gerecht. Ab 2013 muss  nun jeder für eine noch Dienstleistung zahlen, ob als man sie nutzt oder nicht. Das ist einfach, aber nicht fair. Da kann die Dienstleistung so toll sein wie sie will.

Die Abenteuer von Tim und Struppi – Das Geheimnis der Einhorn (Review)

Tim und Strupp – Das Geheimnis der Einhorn ist der erste Teil der als Trilogie geplanten Animationsadaption. Regie führte Steven Spielberg, als Produzent fungierte Peter Jackson. Diese zwei Lichtgestalten der Filmindustrie ließen meine Erwartungen zusammen mit dem actionreichen Trailer schon steigen. Aber schaut selbst:

[youtube]iI9qTwfCA38[/youtube]

Die Animation

Und diese Erwartungen wurden auch völlig erfüllt, was den handwerklichen Aspekt angeht. Die Animation ist sehr realitätsnah mit herausragenden Lichteffekten und sinnvollem Einsatz der 3D-Technologie. Gleichzeitig hat man dem Stil der Comics nicht vollständig den Rücken gekehrt. Ein guter Kompromiss also.
Die Details der Animation sind schon fast surreal hoch. Man kann die Haare auf Tims Kopf zählen – das ist tatsächlich nur ein bisschen übertrieben ;). Highlight ist eine Verfolgungsjagd vor dem Hintergrund einer afrikanischen Stadt, die den Zuschauer in einen Strudel toller Details und bunter Farben wirft. Ich würde soweit gehen diesen Film als den bisher am besten animierten Film zu bezeichnen, den ich gesehen habe. Punkt.

Die Handlung

Leider geht es Tim und Stuppi aber ein wenig wie Avatar. Tolle Optik, aber was die Handlung angeht leider etwas mau. Klar, auch die Vorlagen hatten nicht den größten Tiefgang, was ja auch mit dem Genre „Comic“ zusammenhängt. Aber in einem Film sollte man schon eine zumindest solide Handlung bieten.

Der Film bedient sich oft des Baukastenprinzips. Es kommt von allem etwas vor: das Meer, die Wüste, Fahrt zu Schiff, Teufelsritt im Flugzeug, Verfolgunsjagd im Auto. Die Szenenwechsel gehen dabei nicht als Folgen der Handlung hervor, sondern bedingen vielmehr die Handlung. Den Plot so aufzubauen halte ich nicht gerade für geschickt, weil die Ortswechsel doch etwas aufgesetzt wirken.

Bis der Film so richtig in Schwung kommt, vergeht fast eine halbe Stunde – zu lang bei 107 Minuten Spieldauer. Wobei der Film auch nicht länger hätte sein sollen, um ehrlich zu sein. Außerdem wird ein Erzählstrang zu beginn eingeführt, der dann nicht mehr weiterverfolgt wird. Ich will nicht spoilern und verrate deswegen nicht, welcher damit gemeint ist.

Manche Szenen gehen vielleicht im Comic in Ordnung, hätte man sich aber in einem Film doch sparen sollen. Wahrscheinlich wollte man auch etwas auf das Ursprungsmedium anspielen, aber dass Tim an einer Stelle des Films z.B. vor einem verschlossenem Tor steht und Struppi dann ein ordentliches Loch in der Mauer entdeckt wirkt recht platt. Da hätte das Tor lieber offen sein sollen.

Auch die Schatzjagd an sich, die die Haupthandlung bildet, ist eigentlich sehr vorhersehbar. Insgesamt muss ich sagen, dass der Plot von seiner Komplexität her wohl nur Kinder wirklich fesseln wird, Erwachsene durchschauen den Handlungsverlauf zu früh.

Charakterzeichnung

Die Charaktere zeichnen sich unglücklicherweise durch Eindimensionalität aus. Tim ist clever, Haddock versoffen, Schultz und Schulze deppert, der Böse böse… Ihr seht was ich meine. Die Charaktere haben keine Tiefe und deshalb hat mich der Film kaum mitfiebern lassen. Was den Charakteren passiert, betraf mich nicht wirklich. Das nimmt leider auch den Actionszenen, die hervorragend animiert sind, etwas von ihrer Wirkung.

Tim und Struppi - Das Geheimnis der Einhorn
Tim und Struppi - Das Geheimnis der Einhorn

Fazit

Ich hatte mir wirklich mehr erwartet. Der Trailer hat schon die tolle Animation auf dem Silbertablett präsentiert. Aber es braucht nunmal auch einen Plot, der so etwas wie Spannung aufbaut und Charaktere, die den Zuschauer zumindest etwas fesseln. Diese beiden Komponenten sind bei Tim und Struppi – Das Geheimnis der Einhorn leider fast Totalausfälle. Der Film hat auf diesem Feld viel Potenzial verschenkt und wird gerade so von seinem hohen Schauwert über die Zeit getragen.

Wertung

OT: The Adventures of Tintin – The Secret of the Unicorn

Bild: tim-und-struppi-film.de

EA brüskiert Kunden mit Origin

Wahrscheinlich hat sich Electronic Arts (EA) gedacht, das würde keiner merken. Wenn wir ehrlich sind klicken wir meistens überlange AGB oder EULA per „Akzeptieren“-Button weg, ohne genau hinzusehen.
Oder vielleicht dachte man, dass die Kunden den Zwang Origin zu installieren, einfach hinnehmen würde, um in den Genuss des neusten Games zu kommen.

Anscheinend hat EA seine Kunden für naiver gehalten als sie sind. Auf Amazon türmen sich bereits die 1-Sterne-Rezensionen für Battlefield 3 – aktuell rund 3400 bei insgesamt ca. 3700 Bewertungen! Dabei machen viele Rezensenten klar, dass sie das Spiel an sich gut finden, aber wegen Origin tüchtig Sterne abziehen.

Und das ist gut so. Die Spieleindustrie kann sich schließlich nicht alles erlauben. Mit Origin wird sogar deutsches Recht gebrochen. Aber was ist Origin überhapt? Warum all die Aufregung?
EAs neue Titel, u.a. das angesprochene Battlefield 3 oder auch die aktuelle Fortsetzung der FIFA-Reihe, können nicht ohne Origin gespielt werden. Das problematische daran ist, dass diese Software fleißig Daten für EA erhebt:

Wenn Sie EA Online- und Mobil-Produkte und -Dienste nutzen oder unsere Spiele auf Ihrem PC oder Spielsystem spielen, erfassen wir möglicherweise bestimmte, nicht-personenbezogene demographische Daten, einschließlich Geschlecht, Postleitzahl, Daten über Ihren Rechner, Ihre Hardware, Software, Plattform, Spielsystem, Medien, mobiles Gerät, einschließlich Geräte-IDs, Ereignisdaten, Internet Protocol (IP)-Adresse, Netzwerk-Media Access Control (MAC)-Adresse und Verbindung. Wir erfassen außerdem andere nicht-personenbezogene Daten wie z.B. Benutzername, Benutzer-ID oder Persona, Nutzung von Funktionen, Spielstatistiken, Punktzahlen und Leistungen, Benutzerranglisten und Klickpfade sowie andere Angaben, die Sie möglicherweise bei Umfragen über Ihre Kontoeinstellungen und Online-Profile wie beispielsweise Freunde-Listen oder Käufe machen. Im Rahmen von Markt- und demographischen Studien und/oder Daten erhalten wir möglicherweise auch von Dritten entweder nicht-personenbezogene Daten oder öffentlich zugängliche Informationen, die wir zur Ergänzung der unmittelbar von Ihnen zur Verfügung gestellten personenbezogenen Daten nutzen.

[Hervorhebungen wurden hinzugefügt]

Diese Passage ist der Origin-Datenschutzrichtlinie entnommen, die während der Installation nicht explizit angezeigt wird, sondern nur auf der Website auffindbar ist. Die genannten Daten klingen schon sehr umfangreich, es verbirgt sich aber vermutlich noch etwas mehr hinter gewissen Begriffen:

  • Daten über ihren Rechner: Das kann im Prinzip alles sein. Ich bin zwar kein Jurist, aber nach meinem „Rechtsgefühl“ ist dieser Begriff viel zu schwammig und müsste spezifiziert werden.
  • Software: Wertvolle Daten für einen Spielproduzenten: Welche Spiele der Konkurrenz sind installiert? Bei welchen Spielen sollte man sich etwas abschauen, welche Spiele kommen nicht gut an. Ein Eldorado für jede Marketing-Abteilung. Außerdem kann geprüft werden, ob der Spieler alle Games auch lizensiert hat.
  • Medien: Wieder extrem allgemein. Medien sind Bilder, Musik, Videos. Will EA wissen, welchden Musikgeschmack Spieler eines bestimmten Spiels haben? Überhaupt, was geht das EA an?
  • Ereignisdaten: Klingt für mich nach Protokollierung. Protokolliert werden könnten Surfverhalten, Dateizugriffe, Spielzeiten etc.

Das finde ich schon ziemlich dreist, was man dem Kunden, der 50-60€ in ein Spiel investiert, zumutet. Als Alternative zu Origin gibt EA ziemlich frech an, man solle das Spiel nicht spielen.

Die Spielcommunity boykottiert nun EA und dessen unverschämte Politik in nicht unerheblichem Maß. Das kann sich der Spielproduzent kaum auf längere Zeit hin leisten. Zumal über Amazon vermutlich ein nicht großer Teil der Verkäufe über die Bühne geht – aber wohl kaum bei 1,5 Sternen im Schnitt. Die Chancen, dass der Verbraucher das Verhalten eines global players beeinflussen kann, sind meiner Einschätzung nach in diesem Fall daher ungewöhnlich hoch.

Eine Onlinepetition gegen Origin hat bereit über 11.000 Unterzeichner gefunden und in einem Blog, der sich dem Thema widmet, wird eifrig diskutiert.
Ich bin gespannt, wie EA reagiert. Immerhin wurde bereits eine Passage entschärft, die EA auch die Überwachung der Kommunikation zwischen Spielern „erlaubt“ hätte.

Ergänzung: Jemand hat einen Log über die Zugriffe auf Steuerdateien durch Origin hochgeladen.

Bild: URBAN ARTefakte (CC-Lizenz)

Kinect für Microsoft X-Box 360 mit Kinect Adventures (Review)

Kinect-Sensor

Lieferumfang von Kinect

Der ›Kinect-Sensor ist sauber gepolstert verpackt. Fest an der Einheit verbaut ist das Anschlusskabel, an das noch eine Kabelweiche auf USB (Anschluss X-Box) und Netzstecker angeschlossen werden muss. Außerdem ist noch eine verständliche Anleitung mit dabei.

Kinect Adventures ist ebenfalls enthalten, sodass man gleich loslegen kann.

Kinect für X-Box 360 mit Kinect Adventures
Kinect für X-Box 360 mit Kinect Adventures

Sensorerkennung

Die Erkennung durch den Sensor ist nach unserer Meinung überraschend gut. Dagegen sieht die Konkurrenz, die alle noch auf einen echten Controller setzen, ziemlich alt aus.

Kinect erfasst Arm- und Fußbewegungen sowie Sprünge recht präzise, sodass sich damit ordentlich spielen lässt. Selbst bei zwei Spielern gleichzeitig werden alle Bewegungen korrekt interpretiert und dem richtigen Spieler zugeordnet.

Wichtig ist dabei allerdings, dass ein ausreichender Abstand vorhanden ist. Schon allein wegen der nötigen Bewegungsfreiheit sollte für zwei Spieler ein 3 Meter breites und 3 Meter langes Spielfeld vorhanden sein. Wer weniger Platz hat, kann durchaus auch spielen, möglicherweise teilt man aber auch die ein oder andere Ohrfeige beim Spielen aus 😉

Zu beachten ist, dass das beiliegend Kinect Adventures nur einen Spieler zulässt, sollte nicht genug Platz zur Verfügung stehen. Laut Anleitung heißt genug Platz mindestens 2,5 Meter Abstand zum Sensor. Das kann ärgerlich sein, wenn es im Prinzip doch gehen würde, aber das Spiel einen zweiten Spieler einfach nicht zulässt.

Kinect arbeitet mit Infrarot. Deshalb ist die Beleuchtung für die Erkennung relativ wichtig. Wir konnten feststellen, dass man die besten Ergebnisse bei künstlicher Beleuchtung erhält. Tagsüber hat es auch gut geklappt, wenn die Sonne aber auf den Sensor scheint, kann es schon zu Ungenauigkeiten kommen. In unserem Fall war die Erkennung aber nicht so stark beeinträchtigt, dass man nicht mehr hätte spielen können. Aber ein Vorhang ist dann trotzdem nicht schlecht.

Sensoreinrichtung und -konfiguration

Damit der Sensor überhaupt funktioniert, sind ein paar Schritte nötig, die sich recht einfach gestalten.
Als erstes installiert die X-Box, nachdem man sie mit verkabeltem Kinect gestartet hat, ein Update. Danach passt sich der Sensor automatisch an das Spielfeld an. Die Konfigurationskarte, die beiliegt, haben wir bei dieser Gelegenheit noch gar nicht gebraucht.

Durch den neigbaren Kopf richtet sich die Einheit außerdem passend ein, je nach Aufstellungshöhe.

Über KinectID kann man sich von dem Sensor „vermessen“ lassen, damit man zukünftig automatisch mit seinem Spielerprofil identifiziert wird. Ob man von KinectID dann richtig erkannt wird, hängt stark von den Lichtverhältnissen ab. Wir mussten uns oft trotzdem manuell anmelden. Um die automatische Identifizierung zu verbessern kann man die Einrichtung von KinectID wiederholen, was die Genauigkeit angeblich steigern soll.
Die Verwendung und Einrichtung dieser Funktion ist optional, man kann auch weiterhin bei der konventionellen Anmeldung bleiben (dann muss aber logischerweise ein Controller zur Hand sein).

Steuerung

Auf den herkömmlichen Controller kann man praktischerweise komplett verzichten, wenn Kinect richtig konfiguriert ist: Nach dem Start der Konsole stellt man sich vor den Sensor und winkt, um auf sich aufmerksam zu machen. Daraufhin versucht die X-Box, den Spieler über KinectID anhand seines Aussehens zu identifizieren und zeigt das Kinect-Menü ein. Dieses zeichnet sich vor allem durch größere Schaltflächen zur einfacheren Steuerung aus.

Über Handgesten lässt sich nun ein Spiel starten. Die Spiele selbst werden auf die selbe Weise gesteuert.

Kinect Adventures

Kinect Adventures
Kinect Adventures

Das beiliegende Spiel ›Kinect Adventures konnte uns leider nicht so sehr begeistern wie der Sensor. Das liegt vor allem an den Spielmodi, die das Potenzial von Kinect nicht wirklich ausschöpfen.

Zum Beispiel im Rallyball-Modus, müssen Bälle sooft wie möglich Bälle gegen eine Wand geschlagen werden und dabei Ziele getroffen werden. Die Bälle prallen zurück und müssen wieder gegen die Wand gespielt werden usw. Dabei sind die Bälle so schnell, dass das Spiel schnell zum unkoordinierten Herumgefuchtel wird.

Bei „Raumknall“ kann man mit Flügelbewegungen der Arme durch die Schwerelosigkeit schweben und Blasen platzen lassen. Spannend? Eher nicht.

Größtes Manko ist aber, so finden wir, dass sich die Spiele nicht gegeneinander spielen lassen. Dadurch würde wengistens etwas Wettbewerb entstehen. Man kann aber höchstens zusammen spielen, was mangels Highscore auch wenig fesselnd ist. Insgesamt fehlt neben dem Einsatz der Kinect-Technologie der rote Faden, der dieses Spiel interessant machen würde.

Ganz lustig ist, dass die witzigsten Momente von Kinect fotografiert werden.

Für einen ersten Kinect-Testlauf taugt das Spiel immerhin. Man sollte aber wohl oder übel die Investition in ein weiteres Spiel einkalkulieren, weil Kinect Adventures nur kurz unterhält.

Fazit

Kinect funktioniert überraschend gut. Gegenüber Sony und vor allem Nintendo, die mit der Wii als erste den Schritt zur Bewegungssteuerung gingen, lag Microsoft ziemlich zurück. Genauer gesagt, gab es das schlichtweg nicht.
Mit Kinect setzt sich die X-Box 360 in diesem Sektor aber klar an die Spitze.  Der Sensor arbeitet präzise und zuverlässig und ersetzt einen physikalischen Handcontroller völlig. Die Einrichtung erfolgt sehr einfach. Wenn Schritte durch den Nutzer notwenig sind, wird er durch gut verständliche Menüs geführt.

Kinect Adventures liegt dem Sensor bei, wird ihm aber nicht wirklich gerecht, weil die Modi nicht sehr spannend sind und kaum Langzeitmotivation erzeugt wird.

Kinect Sensor Kinect Adventures

Fotos: xbox.com